Montag, 30. April 2007

Wegen der Kinder




Ivrine hat einen kleinen Sohn. Wegen dem hat sie zwei Jahre lang geweint. Er ist ein aufgedrehtes kleines Kerlchen. Das macht Probleme. Seine Lehrer haben ihn nicht leiden mögen. Ständig ist er in der Klasse von seinem Sitz aufgesprungen, ist hin und her gelaufen, er hat laut gelacht und sein Lesen war schlecht. Wenn man gefragt hat: "Wieviel ist zwei mal drei?" dann hat er blitzschnell geantwortet: "32" und er hat breit gelacht. Man muss ihm Ritalin geben, haben die Lehrer gesagt und Ivrine ist mit ihrem Sohn von Arzt zum Psychologen zum Psychater. "Ich will einem 6-jährigen Kind keine Drogen geben", hat Ivrine gesagt und man hat ihr vorgeworfen, eine Rabenmutter zu sein. Ihm den Hintern versohlen, das haben ihr die Verwandten geraten und Ivrine hat geweint. Und dann ist ein Wunder geschehen. Der Junge hat gesagt, dass er jetzt ein braver Junge sein will, und seiner Mutter keinen Kummer mehr machen will. Das war vor drei Monaten. Ivrine erzählt es mit grossen Augen. Er ist ein ganz neuer Junge, sagt sie, und die Lehrer sagen es auch. Vor ein paar Tagen hat er eine Mathe-Arbeit zurück bekommen. Er hat eine Zwei. Von Ritalin spricht jetzt keiner mehr.